Grußwort der US-Kulturattachée
anlässlich des XXX. Black International Cinema Berlin
4.-9. Mai 2015



In diesem Jahr fällt ein besonderes Licht auf die Veranstaltung des Festivals Black International Cinema Berlin, da es seinen 30. Geburtstag feiert. Sechs Tage lang wird es nicht nur unterhalten, sondern auch begeistern und die Öffentlichkeit unter dem Motto “30 Times After Time - Visuals To Improve Reality!” informieren. Im Namen der US-Botschaft in Berlin möchte ich meine herzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck bringen: Alles Gute zum 30. Geburtstag!

Gibt es einen besseren Film, um das Filmfestival zu beginnen, als A Man Without Limits? In 30 Minuten erzählt er die Geschichte von Europas erstem Black International Cinema Festival – in Berlin im Jahr 1986 – und als solches dokumentiert er gleichermaßen die Anfänge Schwarzer amerikanischer Kultur in Deutschland. Der Film Saying It Loud: Radio Giving Voice to Black America präsentiert die Kulturgeschichte der Entstehung und Entwicklung des Schwarzen Radios. Er zeigt, wie das Schwarze Radio den Vorstellungen und Zielen der Schwarzen Amerikaner aus den frühen Tagen der Bürgerrechtsbewegung und der Black-Power-Bewegung bis zum ersten Präsidentschaftswahlkampf Jesse Jacksons eine Stimme gab. In der Erzählung This Was My Son stellt Mike Wiley Interviews einer historischen Heldin der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung zusammen: Mamie Till, deren 14-jähriger Sohn ein Opfer der Rassentrennung 1955 in Mississippi wurde.

2015 begann als ein großartiges Jahr für das Schwarze Kino. Ava DuVernays Historiendrama Selma feierte seine internationale Premiere auf der 64. Berlinale. Er wurde für zwei Academy Awards nominiert und gewann schließlich einen Oscar für den “Besten Filmsong.” Vor dem Hintergrund des Höhepunktes der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung im Jahr 1965 zeigt der Film die historischen Märsche über die Edmund Pettus Bridge in Selma zur Hauptstadt Montgomery in Alabama, deren Ziel es war, die Stimmrechte für Schwarze Menschen zu sichern. In seiner Rede anlässlich des 50. Jahrestages dieser Märsche, am
7. März 2015, erinnerte Präsident Obama – mit der Edmund Pettus Bridge im Hintergrund – an diesen entscheidenden Moment in der Geschichte und hob hervor, dass die Amerikaner, die diese Brücke überquerten, Millionen von Menschen Mut machten, und zur gleichen Zeit “lehrt uns Selma, dass unsere Arbeit noch nicht getan ist.” In den USA symbolisiert Selma bereits eine Brücke zu einer längst überfälligen Diskussion über Rasse, Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Es vermittelt Dr. Martin Luther Kings Überzeugung, dass gewaltlose politische Kampagnen und ziviler Ungehorsam einen Unterschied machen können, egal wo man lebt. Heute, rund 50 Jahre nach diesen historischen Märschen, haben Gesellschaften auf der ganzen Welt große Fortschritte gemacht. Aber wir sehen immer noch Diskriminierung, Intoleranz und Hass. Wie der stellvertretende Staatssekretär für Demokratie, Menschenrechte und Arbeit, Tom Malinowski, erklärte, “geben die Amerikaner nicht vor, dass unsere Gemeinschaft perfekt ist. Vielmehr ist unsere Geschichte die des Strebens – ein Streben nach Chancengleichheit, Gerechtigkeit und Respekt gegenüber jeder Rasse, Religion und jedem sozialen Status und, in den Worten unserer Verfassung, einer vollkommenen Einheit.” Und Präsident Obama sagte in seiner Rede am 7. März: “Der Marsch ist noch nicht zu einem Ende gekommen.”

Das Beispiel Dr. Kings inspirierte Frauen und Männer auf der ganzen Welt und gab ihnen den Mut, die Grenzen der Gegenwart zu überschreiten und für die Aussicht auf ein Morgen zu kämpfen. Er wäre der Erste gewesen, der gesagt hätte, dass sich die Bürgerrechtsbewegung, in der er eine so bedeutende Rolle spielte, auf die Frauen und Männer stützte, deren Namen nie in den Geschichtsbüchern erscheinen würden – jene, die durch unzählige Aktionen stillen Heldentums und Zivilcourage halfen, Veränderungen hervorzubringen, von denen Wenige dachten, dass sie jemals möglich wären. Sie werden über einige dieser Menschen während des diesjährigen Black International Cinema Berlin Festivals erfahren.

Katharina Göllner-Sweet
US-Kulturattachée

MOTTOS
"I may not make it if I try, but I damn sure won´t if I don´t..." - Oscar Brown Jr.
"Mankind will either find a way or make one." - C.P. Snow
"Whatever you do..., be cool!" - Joseph Louis Turner
"Yes, I can...!" - Sammy Davis Jr.
"Yes, We can...!" - Barack Obama

 

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